Tram Frankfurt (Oder)

Umfangreicher Gleisbau im Oktober
Freitag, 30. Oktober 2015

Gleisbau Lindenstraße 2015
Gleisbau Lindenstraße 2015

Die SVF erneuerte fast 30 Jahre alte Gleise in der Lindenstraße und 20 Jahre alte Weichen an der Kreuzung Bahnhofstraße / Heilbronner Straße. Es gab Pläne, die Straßenbahnstrecke zum Stadion an die Strecke zur Europa-Uni anzubinden. Darum wurde in der Lindenstraße trotz Langsamfahrstelle von teilweise 20 km/h lange Zeit nicht investiert. Die Pläne zur veränderten Anbindung der Stadionstrecke liegen nun aber auf Eis. Rund eine Million Euro hat die SVF in beide Baumaßnahmen investiert. Vom 5. bis zum 30. Oktober kam es zu wechselnden Umleitungen und Ersatzverkehren.

Baumaßnahme Lindenstraße

Auf rund 150 Metern Länge wurden Bogen- und gerade Gleise in beiden Fahrtrichtungen im Bereich der Straße Am Park ausgetauscht. Die entfernten Gleise stammten noch aus dem Jahr 1986. An genau dieser Stelle hätte die Strecke zum Stadion ihre Route aus dem Jahr 1898 verlassen, würde man die Anbindung zur Europa-Universität realisieren. Die Erneuerung der Gleise zementiert nun allerdings den Status Quo, die Verlegung von der Lindenstraße durch den Gertraudenpark zur Gartenstraße ist damit mittelfristig vom Tisch. Zum Ende der Bauarbeiten wurde die 2012 aufgegebene Haltestelle Gertraudenkirche wieder eingerichtet. Ken Wegener hat auf seiner Seite die Bauarbeiten mit Fotos vom Baufortschritt und einer Übersichtskarte » ausführlich dokumentiert.

Zwischen Bahnhof und Stadion wurde vom 5. bis zum 30. Oktober ein Ersatzverkehr mit Bussen (EV4) eingerichtet. Die Busse hielten zusätzlich an der Haltestelle Gartenstraße. Für die Haltestelle Anger wurde eine Ersatzhaltestelle in der Walter-Korsing-Straße eingerichtet. Auch die Buslinie 984 hielt zusätzlich in der Gartenstraße und statt am Anger in der Walter-Korsing-Straße. Bis zum Beginn der Bauarbeiten in der Heilbronner Straße fuhr die Linie 4 statt zum Stadion zur Uni.

Baumaßnahme Bahnhofstraße / Heilbronner Straße

Die östlichen und südlichen Weichen des Gleisdreiecks an der Kreuzung Bahnhofstraße / Heilbronner Straße sind die am häufigsten befahrenen im gesamten Streckennetz. Sie wurden im Sommer 1995 letztmalig erneuert und waren inzwischen völlig verschlissen. Vom Bahnhof in die Innenstadt konnte die Stelle zuletzt teilweise nur noch mit 5 km/h befahren werden. Bei der Gelegenheit wurde die stumpf befahrene Rückfallweiche in der östlichen Heilbronner Straße aus dem Kreuzungsbereich heraus gezogen und auf etwa 100 Metern Bogengleise in beiden Fahrtrichtungen erneuert. Nicht erneuert wurde die stumpf befahrene Weiche in der Bahnhofstraße. Ken Wegener hat auf seiner Seite die Bauarbeiten mit Fotos vom Baufortschritt und einer Übersichtskarte » ausführlich dokumentiert.

Während des Austausches der östlichen Weichen waren die Straßenbahnlinien 1, 2 und 3 vom 19. bis 25. Oktober eingestellt. Die Linie 4 fuhr zwischen Markendorf und Neuberesinchen, die Linie 5 zwischen Messegelände und Neuberesinchen. Der Montag bis Freitag im Tagesverkehr übliche 10-Minuten-Takt wurde dabei nur in den Hauptverkehrszeiten angeboten. Vormittags wurde nur im 20-Minuten-Takt gefahren. Die Bauarbeiten wurden allerdings in den Herbstferien durchgeführt, so dass der reduzierte Takt ausreichte. Ersatzbusse fuhren als EV1 zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt und Montag bis Freitag von etwa 6:30 bis 8 Uhr und von 14 bis 17 Uhr als EV3 zwischen Bahnhof und Europa-Universität. Die Buslinie 982 wurde umgeleitet, die anderen Buslinien fuhren nach Fahrplan.

Vom 26. bis 30. Oktober wurde schließlich die Weiche vom Bahnhof zur Innenstadt ausgetauscht. Die Linie 2 konnte bereits wieder zwischen Messegelände und Europa-Universität fahren, die Linie 1 fuhr verändert von der Lebuser Vorstadt zum Messegelände, allerdings nur von 6 bis 18 Uhr. Linie 4 fuhr weiterhin von Markendorf nach Neuberesinchen, die Linien 3 und 5 entfielen. Frühmorgens und ab 18 Uhr fuhr der Ersatzbus EV1 zwischen Neuberesinchen und Lebuser Vorstadt, im Tagesverkehr zwischen Johann-Eichorn-Straße (Haltestelle Friedenseck) zur Europa-Universität. Auch in der zweiten Woche der Herbstferien in Brandenburg wurde auf der Ersatzlinie EV1 und der Linie 4 nur in den Hauptverkehrszeiten alle 10 Minuten und vormittags nur alle 20 Minuten gefahren.

Wie bei Gleisneubauten üblich, sind alle neuen Gleise gummiummantelt, um Erschütterungen und Lärmentwicklung beim befahren zu reduzieren. Im Schatten der Baumaßnahmen wurden Fernwärmerohre in der Lindenstraße erneuert, ein Wasserschacht am Zehmeplatz saniert, Schienen an der Fürstenberger Straße geschliffen, sowie Entwässerungskästen im Gleisbereich gereinigt, gewartet und teilweise ergänzt. Am 30. Oktober wurden beide Baumaßnahmen mit erfolgreichen Probefahrten durch einen KT4DM und einen GT6M abgeschlossen.

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