Tram Frankfurt (Oder)

Tatra-Doppeltraktion kehrt zurück
Dienstag, 13. April 2004

Doppeltraktion Kantstraße
Doppeltraktion Kantstraße

Die StadtverkehrsGmbH (SVF) schickt erstmals seit Jahren wieder Tatra-Doppeltraktionen in den Linienverkehr. Zum Semesterbeginn der Frankfurter Uni haben Studenten und andere Fahrgäste nun mehr Platz in den Bahnen der Linie 2.

Angekündigt wurde es bereits mehrfach: die Tatra-Doppeltraktion kommt zurück auf Frankfurts Straßenbahngleise. Das Verkehrsaufkommen zwischen den Unistandorten in der Logenstraße und der August-Bebel-Straße macht's nötig und möglich. Bereits seit Jahren nimmt der Studentenverkehr auf der Linie 2 stetig zu, die im 20-Minuten-Takt fahrende Linie platzte teilweise aus allen Nähten. Die SVF setzte verstärkt Niederflurwagen ein, denn diese befördern etwa doppelt so viele Fahrgäste wie ein Tatrawagen vom Typ KT4DM. Zuletzt gab es sogar zusätzliche Kurse um der Nachfrage gerecht zu werden. Doch zusätzliche Bahnen erhöhen die Personalkosten. Dabei lag eine einfache Lösung auf der Hand, man hängt einfach einen zweiten Tatrawagen an den ersten an und verdoppelt somit die Kapazität. Das erhöht zwar auch die Stromkosten, dabei wird aber kein zusätzliches Personal benötigt. Mit Beginn des Sommersemesters am 13. April 2004 sollen nun Doppeltraktionen Überfüllungen verhindern. Die Probefahrten hatten bereits Mitte März 2004 begonnen.

In der Anfangszeit der Tatrawagen in Frankfurt waren Doppeltraktionen bereits gang und gäbe. Damals waren Solowagen eher die Ausnahme. Strom war in der DDR billig und so fuhren Doppeltraktionen sogar zu Tageszeiten, in denen kaum Fahrgäste unterwegs waren. Mit der Wende stiegen die Stromkosten und sanken die Fahrgastzahlen. Im April 1992 reagierte die SVF und fortan waren Doppeltraktionen kaum mehr im Einsatz. Im Baustellenverkehr oder als Heck-an-Heck-Traktion konnte man zwei Wagen in einem Zug gelegentlich beobachten. Auch im Winter 2000/2001 wurden einige Kurse der Linie 4 in Doppeltraktion gefahren. Doch seitdem mussten sich eher die Fahrgäste in überfüllte Bahnen zwängen, als dass man wieder Doppeltraktionen einsetzte. Schon im Herbst 2003 dachte man daran, solche Gefährte auf der stark frequentierten Linie 2 zum Einsatz zu bringen. Doch die hohen Stromkosten ließen die SVF davor zurückschrecken. Nun kommt man um diese nicht mehr herum. Wie bis 1992 werden zunächst benachbarte Wagennummern einen Zug bilden, allein die Wagen 228 und 229 haben ihre früheren Partner verloren und werden daher miteinander gekuppelt.

Die Doppeltraktionen fahren Montags bis Freitags von Betriebsbeginn bis gegen 17.30 Uhr, wo sie am Messegelände gegen zwei aussetzende Solo-KT4DM der Linie 5 getauscht werden. Die Doppeltraktionen der Linie 2 rücken dann als Linie 5 in den Betriebshof in Neuberesinchen ein. Die Fahrgäste hatten am ersten Betriebstag der Gespanne noch Eingewöhungsschwierigkeiten. In den zweiten Wagen trauten sich anfangs nur wenige Leute.

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