Tram Frankfurt (Oder)

Gleise in Birkenallee erneuert
Sonntag, 29. September 2002

Neu trassiert an der Birkenallee
Neu trassiert an der Birkenallee

Nach 21 Jahren dichtem Verkehr wurden etwa 950 Meter Doppelgleis an der Birkenallee und der Johann-Eichorn-Straße erneuert. Am 1. September 1981 wurde die Strecke in Betrieb genommen. Nun sind die Gleise sanierungsbedürftig und wurden ab dem 8. Juli 2002 ausgetauscht. Die Neuerung war, dass in diesem Jahr auf einen Ersatzverkehr mit Bussen weitgehend verzichtet wurde. Nur wenn Bauweichen ein- oder ausgebaut wurden, ruhte der Straßenbahnverkehr. Ansonsten wurde ein Gleis saniert, auf dem anderen rollten die Bahnen weiter. "Fahren und Bauen" heißt diese Methode. Für die Bauarbeiter bedeutet das meist erhöhte Konzentration, mitunter auch einen größeren logistischen Aufwand.

Je nach Baufortschritt wurde jeweils nur ein Gleis von den Straßenbahnen befahren und das andere Gleis wurde saniert. Aus diesem Grund kam es zu leichten Fahrplanverschiebungen auf den Linien 1 und 5, denn am Beginn des eingleisigen Abschnittes mussten einfahrende Züge immer erst den Gegenzug abwarten. Bis zum Ende der Sommerferien am 19.08.2002 fuhr die Linie 6 nicht. Danach fuhr sie bis zum Ende der Baumaßnahme nur im Frühspitzenverkehr. Die Linien 1 und 5 fuhren während der gesamten Baumaßnahme. Ersatzverkehr mit Bussen wurde nur in Ausnahmefällen gefahren, beispielsweise beim Ein- und Ausbau von Bauweichen.

Ein altes Gerücht besagt, dass das Wohngebiet Neuberesinchen ohne Straßenbahn geplant wurde. Immerhin plante man bis Anfang der 1970er Jahre, die Straßenbahn in Frankfurt (Oder) abzuschaffen. Es heißt, die Straßenbahn wurde erst nachträglich in das bereits fertig geplante Wohngebiet eingearbeitet. Das würde manche Trassierungsschwäche erklären. Im Bereich der Birkenallee wurde die Gelegenheit der Bauarbeiten genutzt und die Gleislage begradigt, sowie die Haltestelle Birkenallee ein Stück in Richtung Innenstadt verlegt. Die Straßenbahnstation befindet sich nun direkt vor dem Einkaufszentrum und wurde behindertengerecht neu- bzw. umgebaut.

Es wurden so genannte Winkelborde für den Lärmschutz eingebaut und im Bereich der Haltestelle Birkenallee ein Rasengleis verlegt. Auf Rasengleisen fahren Straßenbahnen etwa 10 Prozent leiser als im Straßenraum. Das Rasengleisstück ist zwar nur etwa 100 Meter lang, allerdings ist ein Rasengleis auch teurer als ein normales Schotterbett. Die Mehrkosten trug die Stadtverwaltung. Insgesamt wurden 1,35 Millionen Euro verbaut. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits am 15.09.2002 beendet werden.