Tram Frankfurt (Oder)

Winterwetter beeinträchtigt Straßenbahn
Mittwoch, 5. Januar 2011

Schneemassen
Schneemassen

Der zeitige Winterbeginn im November 2010 mit reichlich Schnee innerhalb kürzerer Zeiträume brachte die Frankfurter Straßenbahn anfangs kaum in Schwierigkeiten. Ernst wurde es ab dem Morgen des 25. Dezember, als kurz nach 5 Uhr die erste Bahn der Linie 4 (KT4DM 205) bei der Einfahrt von der Bahnhofstraße in die Heilbronner Straße entgleiste.

Einige Stunden vorher, an Heiligabend, zerbarst am Kleistpark, also zwei Haltestellen weiter westlich, ein Wasserrohr. Wasser strömte bergab in Richtung Innenstadt und fror über Nacht während der Betriebsruhe in den Gleisen ein. Zusätzlich gefallener Schnee ließ diese Situation nicht erkennbar werden. Die Eingleisungsarbeiten dauerten einige Stunden. In der Folge fuhr die Straßenbahn während des ersten und zweiten Weihnachtsfeiertags nur zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Zwischen Zentrum und Messegelände sowie Lebuser Vorstadt und Neuberesinchen fuhren Ersatzverkehrsbusse.

Nach Räumung der Gleise von Eis und Schnee konnten ab 27. Dezember auch wieder die Abschnitte in Richtung Lebuser Vorstadt und Europa-Universität befahren werden, so dass Straßenbahnbetrieb auf den Linien 1, 3 und 4 möglich war. Linie 4 jedoch abweichend in Richtung Europa-Universität statt zum Stadion. Die Linie 2 fuhr alle 20 Minuten mit Bussen, Linie 5 entfiel ersatzlos. Sämtliche Straßenbahnfahrten wurden wegen des durch Schnee-/Eisbarrieren eingeschränkten Lichtraumprofils ausschließlich mit den hochflurigen KT4DM durchgeführt. Die Bushaltestellen Römerhügel und Ikarusstraße (Linie 980 und 981) blieben zunächst unbedienbar.

Zwischen Weihnachten und Silvester 2010 begannen Tiefbaufirmen mit der Beräumung der Strecke zum Messegelände von Schnee und Eis. Leichte Plustemperaturen am Neujahrstag 2011 ermöglichten die Räumung der restlichen, noch mit Eis und Schnee bedeckten Streckenabschnitte zum Messegelände durch SVF-Mitarbeiter, so dass ab Sonntag, den 2. Januar 2011 auch wieder Bahnen auf der Linie 2 fahren konnten.

Ebenfalls am 2. Januar machten sich Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs daran, Gleis- und Haltestellenbereiche im Zuge der Linie 1 niederflurgerecht zu beräumen. Damit war es möglich wie auch nötig, wieder GT6M-Wagen einzusetzen, denn für einen vollen Betrieb aller Linien hätte der fahrbereite KT4DM-Bestand nicht gereicht, da in den schneereichen Wintertagen zahlreiche Motorschäden zu verzeichnen waren. Ab Montag, den 3. Januar fuhren alle Straßenbahnlinien wieder planmäßig, mit Ausnahme der Linie 4, die weiterhin abweichend zur Europa-Universität fuhr. Am selben Tag wurde damit begonnen, Eis und Schnee mittels schwerer Technik eines örtlichen Tiefbauunternehmens von der gut 1 km langen Strecke zwischen Zentrum und Stadion zu beräumen. Diese Beräumung zog sich bis zum Sonnenuntergang des 4. Januar hin. Kaum dass die Baufahrzeuge das Feld räumten und der Fahrdraht wieder unter Spannung stand, wurde mit dem Freifahren der Schienenrillen durch den Arbeitswagen 2 begonnen. Um 18:21 Uhr konnte der erste Zug der Linie 4 ab Haltestelle Zentrum wieder in Richtung Stadion fahren. Mit Einsetzen des Tauwetters zum Ende der 2. Kalenderwoche 2011 werden die GT6M-Wagen auch wieder ihre angestammten Kurse besetzen können.

Die Umbauarbeiten an der Haltestelle Markendorf, Ort wurden Anfang Dezember 2010 wegen des einsetzenden Dauerfrostes bis auf weiteres eingestellt. Gleiches trifft für die im Oktober 2010 begonnene Erneuerung der Haltestelle Kräuterweg stadteinwärts zu. Die hier während der Bauarbeiten eingerichtete Ersatzhaltestelle wurde aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres aufgelassen. Die Linien 3 und 4 halten bis April in Richtung Innenstadt nicht an der Haltestelle Kräuterweg.