Tram Frankfurt (Oder)

Straßenbahnwagen verschrottet
August 2005

Überzählige Straßenbahnwagen werden verschrottet
Überzählige Straßenbahnwagen werden verschrottet

Seit fast neun Jahren hat kein Fahrgast mehr im Straßenbahnwagen mit der Nummer 213 gesessen, bereits im Dezember 1996 wurde er abgestellt. So stand er all die Jahre ungenutzt in den Hallen des Straßenbahndepots in Neuberesinchen, immer auf eine Zukunft hoffend, in der er wieder gebraucht wird. Jetzt hat auch die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) diese Hoffnung aufgegeben, Wagen 213 wurde ab 8. August 2005 verschrottet.

Im Dezember 1987 wurde das Fahrzeug vom Hersteller CKD Prag in Frankfurt angeliefert. Damals kamen die Straßenbahnwagen noch mit der Eisenbahn. Eigens für die Großlieferung von 22 Tatrawagen wurde bis zum Sommer 1987 ein Verbindungsgleis von der Eisenbahn zur Frankfurter Straßenbahn an der Kantstraße verlegt. Anfang 1988 ging der jetzt verschrottete Wagen 213 in Dienst. In den ersten Jahren fuhr er ausschließlich mit dem Wagen 214 durch die Stadt. Für Aufsehen sorgte er mit diesem Partner im Frühjahr 1990, beide Wagen erhielten einen komplett grünen Anstrich. Aufgeklebt wurden hunderte weiße Folien die Äpfel darstellten. Damit wurde für die Obstproduktion in Markendorf geworben. Schon zwei Jahre später allerdings war diese Farbgebung Vergangenheit, beide Wagen gingen zur Modernisierung in die brandenburgische Kleinstadt Mittenwalde. Dort hatte sich ein ehemaliger Rüstungsbetrieb einen Namen mit der Modernisierung von Straßenbahnen gemacht. Im ersten Schwung wurden sieben Frankfurter Tatrawagen vom Typ KT4D modernisiert, darunter auch Wagen 213. Von diesen sieben Wagen ist heute nur noch Triebwagen 209 im Einsatz. Alle anderen Wagen sind bereits verschrottet.

So stand der nun zerlegte Wagen 213 die Hälfte seines Straßenbahnlebens ungenutzt im Betriebshof. Knapp neun Jahre war er im Einsatz, knapp neun Jahre wartete er auf seinen nächsten Einsatz. Zwar war 1997 der Verleih des Fahrzeuges (gemeinsam mit KT4DM 204) zur Straßenbahn Schöneiche vor den Toren Berlins im Gespräch, doch die dortige Geschäftsleitung machte von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.

Der derzeitige Fahrplan benötigt weniger Wagen als vorhanden. Um Geld zu sparen wurden immer wieder Fahrzeuge abgestellt. So muss man sie nicht warten und Ersatzteile beschaffen. Das reduziert die Kosten für den Verkehrsbetrieb. Doch ganz trennen wollte man sich von überschüssigen Fahrzeugen bisher nur selten. 1997 wurden letztmalig Fahrzeuge ausgemustert, es handelte sich dabei um die nicht modernisierten Tatrawagen 230-234. Die abgestellten modernisierten Wagen warteten in den Hallen des Betriebshofes derweil noch auf bessere Zeiten.

Am 8. August begann die fachgerechte Entsorgung des Triebwagen 213. Alle Teile, die man noch für andere Fahrzeuge benötigen könnte, wurden gesichert. In den nächsten Monaten folgten in die Verschrottung Triebwagen (Tw) 201-204 (Baujahr 1987, 1992 modernisiert), Tw 207 (Baujahr 1987, 1993 modernisiert), Tw 214 (Baujahr 1987, 1992 modernisiert), Tw 216 (Baujahr 1987, 1994 modernisiert) und der Wagenkasten des Tw 227, der 1990 gebaut und 1991 als erster Frankfurter KT4D modernisiert wurde. Sein Modernisierungszustand unterschied sich allerdings von denen der anderen Wagen, so dass er 1995 erneut umgebaut werden sollte. Dieser Umbau wurde allerdings 1996 abgebrochen und so stand der ausgeschlachtete Wagenkasten seit fast 10 Jahren ungenutzt in der Wagenhalle. Insgesamt wurden 9 KT4DM aus dem Bestand entfernt.