Tram Frankfurt (Oder)

Straßenbahn ohne Schaffner
Montag, 15. August 1966

OS - Ohne Schaffner
OS - Ohne Schaffner

Seit 1958 wurden verschiedene Verfahren zur Rationalisierung der Fahrgastabfertigung ausprobiert. Ziel war die Einsparung der Schaffner bei der Straßenbahn. Zunächst gab es ab 17. Juli 1958 auf der Linie 2 (Westkreuz - Schlachthof) einen Sichtkartenwagen, bei dem der Fahrgast seinen Fahrschein dem Straßenbahnfahrer vorzuzeigen hatte. Am 7. Oktober 1962 fuhren Verstärkerfahrten der Linie 2 (Einsatzwagen) erstmals im schaffnerlosen Betrieb. Der Betrieb ohne Schaffner (OS) bewährte sich, so dass ab 23. Juni 1965 alle Fahrten der Linie 2 schaffnerlos durchgeführt wurden und ab 15. August 1966 der Schaffner schließlich auf allen Linien der Vergangenheit angehörte.

Das Fahrgeld wurde in eine Zahlbox mit Sichtfenster geworfen und der Fahrgast zieht sich einen Fahrschein. Aus technischer Sicht war die Zahlbox eine sehr einfache Konstruktion. Ob wirklich Geld eingeworfen wurde, konnte der Automat beispielsweise nicht überprüfen. Monatskarten mussten beim besteigen des Fahrzeuges gut sichtbar in die Höhe gehalten werden. Dieses Ritual hatte bis zum Ende der DDR Bestand.