Bahnhof Frankfurt (Oder)
Railway station Frankfurt (Oder) | Dworzec Frankfurt n. O.

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Geschichte und Gegenwart der Eisenbahn um Frankfurt

Verkehrsanbindung


Geschichte und Gegenwart der Eisenbahn um Frankfurt
 

Bahnhof Frankfurt (Oder) Seit 1842 ist Frankfurt (Oder) an das damals noch kleine deutsche Eisenbahnnetz (siehe Grafik) angeschlossen. Als Teil der Ferneisenbahn Berlin - Breslau (heute Wrocław/Polen) wurde am 22.10.1842 die Berlin-Frankfurter-Eisenbahn eröffnet. Das Ereignis dokumentiert die Vossische Zeitung vom 23.10.1842. Berlin und Breslau waren zu diesem Zeitpunkt die einwohnerstärksten Städte Preußens und somit war die Bedeutung dieser Eisenbahnverbindung entsprechend groß. Der erste Frankfurter Bahnhof, der schon vier Jahre später durch einen Neubau gleich nebenan ersetzt wurde, lag abseits der Stadt und mit fast 60 Metern über dem Meeresspiegel auch deutlich höher als die Stadt. Die ungünstige Lage zur Stadt erklärt sich aus der Absicht, die Bahnstrecke recht bald nach Schlesien zu verlängern. Frankfurt war nicht Ziel, sondern Durchgangsstation der neuen Bahn. Da der Bahnhof abseits des Stadtzentrums lag (und auch heute noch liegt), war die Eröffnung dieser Eisenbahnstrecke auch die Geburtsstunde des städtischen Nahverkehrs in der Oderstadt. Es wurde eine Pferdeomnibuslinie vom neuen Bahnhof zur Dammvorstadt, dem heutigen Słubice, eingerichtet. 1846 kam die Verlängerung der Eisenbahn nach Breslau über Guben, Sorau (heute Żary/Polen), Bunzlau (Bolesławiec), Liegnitz (Legnica) hinzu. Frankfurt erhielt statt eines Kopfbahnhofes nun einen Durchgangsbahnhof.


1857 wurde Frankfurt zum Eisenbahnknoten, denn nun verband die neue Strecke von Frankfurt an der Oder über Küstrin (Kostrzyn) und Landsberg an der Warthe (Gorzów Wlkp.) nach Kreuz (Krzyż) die beiden wichtigen Fernbahnen Berlin - Breslau und Stettin - Posen. Im gleichen Jahr wird der Verkehr nach Berlin zweigleisig aufgenommen und in Frankfurt entstehen eine Hauptwerkstatt, eine Schmiede und eine Messinggießerei. Seit 1860 war die Strecke von Breslau nach Berlin durchgängig zweigleisig befahrbar. Später kamen Strecken in Richtung Freienwalde über Wriezen, nach Grunow und in Richtung Reppen (Rzepin) über Kunersdorf (Kunowice) hinzu. Ab dem Frühjahr 1880 hieß der Berliner Abgangsbahnhof der Züge in Richtung Frankfurt (Oder) sogar Frankfurter Bahnhof, ehe er in Schlesischer Bahnhof (heute Ostbahnhof) umbenannt wurde. Seit 1882 halten Züge von und nach Frankfurt in Berlin auch am Alexanderplatz und am neuen Bahnhof Friedrichstraße, seit 1884 auch am brandneuen Bahnhof Zoo. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Frankfurt (Oder) Sitz der Reichsbahndirektion Osten, zu der alle Strecken ab Frankfurt an der Oder und zahlreiche Nebenstrecken etwa zwischen Stargard (Stargard Szcz.) im Norden, Schneidemühl (Piła) im Nordosten, Neu-Bentschen (Zbąszynek) im Osten, Glogau (Głogów) im Südosten, Cottbus im Süden und Beeskow, Fürstenwalde (Spree) und Strausberg im Westen gehörten. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass die Reichsautobahn Berlin - Frankfurt (Oder) 1938 eröffnet wurde.


EuroCity mit Zweisystemlok BR 180 im Grenzbahnhof Oderbrücke Im Zweiten Weltkrieg war der Eisenbahnknoten Frankfurt (Oder) von großer Bedeutung für den Verkehr ins besetzte Polen und nach Osteuropa (siehe Auszug Kursbuch der Deutschen Reichsbahn von 1944 unterhalb dieses Berichtes unter Zu diesem Thema). Zahlreiche aus der Sowjetunion heimgekehrte Kriegsgefangene erreichten bis in die 1950er Jahre hinein in Frankfurt erstmals wieder Deutschland. Erst am 15. Dezember 1990 war die Eisenbahnstrecke Berlin - Frankfurt (Oder) fertig elektrifiziert. Heute sind außerdem die Strecken nach Cottbus und zum Grenzbahnhof Oderbrücke elektrifiziert. Dort befindet sich der Übergang zum elektrifizierten Netz der polnischen Bahn. Mit Zweisystemloks der Baureihe 180/371/372 werden internationale Züge regulär bis Reppen (Rzepin) gefahren. Von dort ziehen polnische E-Loks die Züge weiter nach Posen oder Warschau.


Von Ende 1998 bis zum Sommer 2003 wurden der Frankfurter Bahnhof sowie der Bahnhofsvorplatz saniert und umgebaut. Ende 2000 sollten die Arbeiten ursprünglich abgeschlossen werden, Verzögerungen vor allem aufgrund knapper Gelder hatten diesen Termin verschoben. Ebenfalls saniert und umgebaut wird bereits seit 1997 die Eisenbahnstrecke von und nach Berlin. Als Teil der europäischen Hauptstrecke Berlin - Posen (Poznań) - Warschau (Warszawa) soll die Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h angehoben werden. Abgeschlossen ist seit Ende 2005 der Ausbau des Abschnitts Erkner - Frankfurt (Oder), bis 2009 folgt die Ertüchtigung der Strecke Berlin Ostbahnhof - Erkner und daran anschließend wird der Bereich Frankfurt (Oder) - Grenze Deutschland/Polen mit einer neuen Oderbrücke realisiert. Seit Ende 2003 hat auch Słubice eine Bahnstation, wenngleich dort nur wenige Personenzüge am Tag Station machen.


Heutzutage werden die EuroCity des Berlin-Warszawa-Express meist von tschechischen Zweisystemloks der Baureihe 371 oder von Dieselloks der Bahntochter Railion befördert. Die Deutsche Bahn besitzt nur wenige Zweisystemloks der Baureihe 180, die vor der Wende für den Verkehr zwischen Deutschland und Tschechien, sowie zwischen Deutschland und Polen beschafft wurden. Für eine so kleine Baureihe Ersatzteile vorzuhalten und Personale zu schulen, ist unwirtschaftlich, so dass die deutschen Loks von der Tschechischen Bahn CD übernommen werden, dort als Baureihe 371 eingeordnet werden und die Deutsche Bahn die Loks von den Tschechen wieder ausleiht. So kommen tschechische Loks vor deutsch-polnische Züge. Güterzüge werden zumeist im Betriebsbahnhof Oderbrücke umgespannt. Dabei kommen Diesel- und E-Loks zum Einsatz. Im Juli 2007 beförderte erstmalig ein privates Eisenbahnunternehmen mit einer E-Lok der Baureihe 189 einen Güterzug ohne Lokwechsel über die Grenze.

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Verkehrsanbindung
 

Der Bahnhof Frankfurt (Oder) wird täglich von gut 10.000 Reisenden frequentiert. Die wichtigste Linie ist der RegionalExpress RE1, der tagsüber alle 30 Minuten in Richtung Berlin und Potsdam fährt. Alle ein bis zwei Stunden fährt diese Linie ohne Halt nach Eisenhüttenstadt und stündlich nach Magdeburg. Alle 60 Minuten fährt auch der RE11 nach Cottbus, zwischen Frankfurt und Guben hält dieser auf allen Bahnhöfen. Durch die Überlagerung von RE1 und RE11 fährt auch nach Eisenhüttenstadt tagsüber halbstündlich ein Zug. Alle zwei Stunden fährt die Nahverkehrslinie der Ostdeutschen Eisenbahn OE60 über Seelow und Eberswalde nach Berlin-Lichtenberg. Außerdem fährt die Linie OE36 stündlich über Helene-See, Beeskow und Königs Wusterhausen nach Berlin-Schöneweide.


Hinzu kommen die EuroCity des Berlin-Warszawa-Express nach Warszawa Wschodnia (Warschau Ostbhf.) über Poznań Główny (Posen Hbf) und nach Berlin Zoologischer Garten. Ferner erreicht man umsteigefrei Kraków Główny (Krakau Hbf), Wrocław Główny (Breslau Hbf), aber auch exotischere Ziele wie Moskau, Brest, Minsk, Rostov am Don, Novosibirsk, St. Petersburg, Kiew, Odessa, Wilna, Gdańsk (Danzig) und weitere Orte in Osteuropa und Russland. Täglich fahren auch RegionalBahnen in Richtung Rzepin (Reppen), Świebodzin (Schwiebus) und Poznań (Posen).


Stadtseitig wird der Bahnhof von den Tramlinien 1, 3, 4 und 5 erschlossen, wodurch alle Endpunkte der Frankfurter Straßenbahn zumindest werktags im Tagesverkehr umsteigefrei erreichbar sind. Auch die meisten Frankfurter Stadtbuslinien passieren den Bahnhof. Ferner halten alle Regionalbuslinien am Bahnhof. Diese erschließen die Landkreise Märkisch-Oderland und den Landkreis Oder-Spree. Die Verbindungen in die Frankfurter Ortsteile und die umliegenden Landkreise sind abends und teilweise am Wochenende allerdings sehr schlecht. Man sollte sich vorher genau informieren.

Zu diesem Thema

Abfahrtstafel Linien des Stadtverkehr (pdf*)

Aktuelle Abfahrtstafel Eisenbahn

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